Im Naturpark Gantrisch packen Primarschulklassen aus Riggisberg mit an, wo es der einheimischen Pflanzenwelt an den Kragen geht: Sie jagen invasive Neophyten und leisten damit einen handfesten Beitrag zum Erhalt der Biodiversität.

Invasive Neophyten sind gebietsfremde Pflanzen, die sich hierzulande stark ausbreiten und einheimische Arten verdrängen. Sie zählen zu den grössten Herausforderungen für die Artenvielfalt. Genau hier setzt das Projekt an: Markus Schmutz, Neophyten Verantwortlicher der Gemeinde Riggisberg, hält im Gemeindegebiet gezielt Ausschau nach Problempflanzen. Entdeckt er auf einer Parzelle einen grösseren Bestand, informiert er die Eigentümerschaft mit dem offiziellen Merkblatt der Gemeinde und bietet Unterstützung bei der Entfernung an.
Für die praktische Umsetzung kommen Schulklassen der dritten bis sechsten Primarstufe (Zyklus 2) ins Spiel. Ein bis zwei Klassen erhalten pro Jahr im Turnusplan, neben weiteren Umwelteinsätzen wie dem Gurnigelputz oder dem Abfallsammeln, Vorrang für die Neophyten Einsätze. Ein Einsatz dauert in der Regel zwei bis vier Lektionen und lässt sich flexibel auf Wetter und Stundenplan abstimmen. Als kleine Anerkennung entrichten die Parzelleneigentümer oder Mieter einen Beitrag nach eigenem Ermessen in die Klassenkasse, richtwertmässig rund 50 Franken pro Einsatz.
So verbindet das Projekt Umweltbildung mit konkretem Naturschutz: Die Kinder lernen die einheimische Pflanzenwelt kennen und leisten gleichzeitig einen sichtbaren Beitrag zum Schutz der Biodiversität im Naturpark Gantrisch.