An einer sonnigen Ecke im Gürbetal entsteht ein neuer Lebensraum: Gemeinsam mit Naturgärtner Silas Streit baue ich eine Sandlinse für Wildbienen. Denn die meisten unserer heimischen Wildbienenarten nisten nicht in Bauten, sondern direkt im Boden – genau diesen Lebensraum schaffen wir hier gezielt.

Der Bau beginnt mit Handarbeit: Zuerst stechen wir die Grasnarbe ab, dann heben wir Schubkarre um Schubkarre Aushub aus. Eine Steinkofferung am Boden verhindert, dass sich Staunässe bildet – für die grabenden Wildbienen wäre feuchter Sand unbrauchbar. Silas setzt und klopft anschliessend die Steinumrandung fest, bevor der Sand rund 60 Zentimeter hoch aufgefüllt wird. Zusätzliches Totholz im Sand bietet weiteren Arten Unterschlupf, während ein Maschendraht die frische Nisthilfe vor neugierigen Katzen schützt.

Direkt neben der Sandlinse entsteht ein zweites wichtiges Element: ein Beet mit Andorn, Herzgespann, Mauerpfeffer, Purpurklee, Heilziest und Edelgamander. Diese Wildpflanzen liefern den Wildbienen die Nahrung, die sie brauchen – Nistplatz und Buffet liegen so Seite an Seite. Zusammen mit den Totholzstrukturen und der Ruderalfläche entsteht ein kleines, aber wertvolles Mosaik an Lebensräumen.
So zeigt das Projekt, wie mit einfachen Mitteln und viel Handarbeit konkreter Lebensraum für Wildbienen im Gürbetal geschaffen werden kann.