Die ersten Schritte zu meinem naturnahen Garten 

Zeichnung Busch
© (G)Artenvielfalt

Ein aufgeräumter Garten und Biodiversität schliessen sich nicht aus! Schon mit kleinen, gezielten Mass-nahmen kannst du Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen – ohne auf Gestaltung oder Nutzung zu verzichten. Nutze wenig genutzte Ecken deines Gartens oder Balkons, um Vielfalt zu fördern. Diese Anleitung hilft dir, Schritt für Schritt einen klaren Plan zu erstellen: einfach, schön und wirksam! 

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Das gilt’s zu erreichen

  • Du weisst, wie du deine Fläche nutzen und gestalten möchtest.
  • Du findest wenig genutzte Flächen und planst diese bewusst als «wilde Ecken» ein.
  • Du kennst erste einfache Schritte, um die natürliche Vielfalt zu erhöhen, und setzt einige davon um.
  • Du erkennst Hindernisse und Todesfallen für Tiere und entschärfst sie.

 

Das braucht’s

  • Papier, Schreibzeug, Farben
  • einige Steine oder Bretter

 

So geht’s 

Aufwand: 30 – 60 Minuten

Standort: Grünflächen, Garten, Balkonecken, Übergänge zu angrenzenden Gärten und Flächen

 

Schritt 1: Garten- oder Balkonskizze erstellen – Welche Flächen hast du?

  • Erstelle eine einfache Skizze deiner Fläche (Garten, Balkon oder Terrasse).
  • Zeichne alle Flächen und Elemente ein: Rasen- & Wiesenflächen, Wege, Bäume, Hecken, Blumentöpfe, Gemüsebeete oder Teiche.
  • Markiere Bereiche, die du oder andere Personen aktiv nutzen. Du kannst sie in täglich, häufig, selten oder nie genutzte einteilen.
  • Kennzeichne mögliche Gefahrenstellenfür Tiere. Z.B. Schächte ohne Ausstieg, hohe Poolränder, Zäune ohne Durchlass oder Treppen ohne Aufstiegshilfe. Markiere diese im Plan.

 

Schritt 2: Nutzungsansprüche klären

Überlege, wie du die Flächen nutzen willst, welche Aktivitäten dort stattfinden sollen und beziehe alle Nutzenden ein. Unterscheide zwischen häufig und kaum genutzten Bereichen.

Achte darauf, wo sich verschiedene Nutzungen überschneiden oder gegenseitig stören könnten. Solche Nutzungskonflikte sind wichtig zu erkennen, um gezielt ruhige oder naturnahe Bereiche zu planen.

Nutze die Checkliste «Nutzungsansprüche» und ergänze deine Skizze.

 

Schritt 3: Gestaltungsansprüche klären

Überlege dir, wie die einzelnen Flächen aussehen sollen. Dabei kann es um Ordnung, Übersichtlichkeit, Natürlichkeit oder Vielfalt gehen. Lege fest, wo Struktur gewünscht ist und wo mehr Wildnis entstehen darf. 

Nutze die Checkliste «Gestaltungsansprüche» und ergänze deine Skizze.

 

Schritt 4: Flächen mit Potenzial für mehr Natur auswählen

Wähle Bereiche mit wenig Nutzungskonflikten, die du der Natur überlassen kannst. Wenig genutzte Flächen benötigen weniger Pflege und bieten Raum für mehr Vielfalt. Entschärfe Hindernisse und Todesfallen für Kleintiere wie Igel, Frosch, Kröte, Eidechse oder Vögel oft sehr einfach entschärfen (mit Holzlatten bei Treppen oder Holzplatten als Deckel für Löcher.

 

Einfache Anpassungen für mehr Biodiversität

  • Mit wenigen, gezielten Massnahmen erreichst du viel.
  • Ecken im Garten, die du nicht brauchst, kannst du der Natur überlassen.
    • Rasenflächen, die du kaum nutzt, mähst du seltener, zum Beispiel entlang von Hecken, wo sich ein Krautsaum entwickeln kann.
    • Laub räumst du nur dort weg, wo es wirklich stört, etwa auf Wegen oder Sitzplätzen Und wo der Nährstoffeintrag durch das Laub vermeiden möchtest (Rasenfläche und Blumenwiesen).
    • Verblühte Wildpflanzen lässt du bis im Frühling stehen. Den Hauptschnitt von Sträuchern machst du erst Ende Winter, damit Tiere länger Nahrung und Versteckmöglichkeiten finden.

 

Hindernisse und Todesfallen entschärfen

Schächte, Löcher, hohe Treppen oder Mauern machst du kleintiergängig. Oft reichen einfache Massnahmen wie ein Brett als Ausstiegshilfe, eine kleine Lücke im Zaun oder ein zusätzlicher Stein an einer Mauer.

 

Die wichtigsten Grundsätze für einen naturnahen Garten

  • Wo immer möglich setzt du auf einheimische Pflanzen.
  • Du verwendest keine torfhaltige Erde.
  • Du verzichtest auf Chemie wie Gifte oder Kunstdünger.
  • Anfallendes Gartenmaterial versuchst du weiterzuverwenden, zum Beispiel im Kompost oder in Laub- und Holzhaufen.

 

Dann pack ich an

AufgabeJan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sept.Okt.Nov.Dez.
Idealer Umsetzungszeitraum

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Quadratmeter berechnen

Sowohl kleine Flächen auf Balkonen wie auch grosse Fläche in Gärten zählen.

 

Tipps

Person befüllt einen Kompost
© (G)Artenvielfalt
  • Mit einem Kompost verwertest du viele Gartenabfälle, produzierst gute Erde und schaffst gleichzeitig Nahrung und Versteckmöglichkeiten für zahlreiche Tiere.
  • Katzen können die Biodiversität im Garten beeinflussen. Du kannst den Jagddruck auf Kleintiere verringern, zum Beispiel durch eingeschränkten Freigang, spezielle Katzenhalsbänder oder sichere Verstecke wie dornige Hecken und Asthaufen.
  • Zeige deine Skizze deiner Familie oder deinen Mitbewohnenden und besprecht eure Ideen gemeinsam. Eine frühzeitige Absprache mit Eigentümerschaft, Verwaltung oder Nachbarschaft hilft, Überraschungen zu vermeiden und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
  • Versuche dich auch in die Bedürfnisse anderer Gartennutzende und Tiere hineinzuversetzen und diese bei deiner Planung zu berücksichtigen.

 

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