Vom Rasen zur blühenden Matte
Eine Blühmatte bringt mehr Leben und Farbe in deinen Garten als eine klassische Rasenfläche. Sie kann aber dennoch betreten werden, da die darin wachsenden Blütenpflanzen Tritt und häufigeres Mähen besser vertragen als die Arten einer Blumenwiese.
Das gilt’s zu erreichen
- Du erkennst, welche Flächen sich für eine Blühmatte eignen.
- Du lässt je nach Nutzung eine Blühmatte oder Blumenwiese entstehen.
- Du erreichst mit wenigen gezielten Schnitten pro Jahr mehr Vielfalt (4-6 Schnittzeitpunkte).
- Du hast gute Argumente für Gespräche mit Hauswart:in oder Nachbarschaft.
Das braucht’s
- Standortangepasste und einheimische Saatmischung für Blumenrasen oder Wildblumenziegel (ca. 1 Stück pro m² bei kleinen Flächen)
- Grubensand bei sehr nährstoffreichen Böden
- Passendes Gartenwerkzeug (z.B. Gartenhacke, Wiedehopf)
So geht’s
Aufwand: ca. 2 - 3 Stunden
Standort: Begehbare Rasenflächen; sonnig bis halbschattig; möglichst nährstoffarm
Saatbeet vorbereiten
Wähle möglichst magere Standorte. Im Spätherbst Boden auffräsen oder umbrechen (zum Beispiel mit einer Gartenkralle oder Wiedehopf) und zu einem fein-krümeligen Saatbett lockern. Bei sehr nährstoffreichen Flächen die oberste Bodenschicht mit den Gräsern und Wurzeln entfernen und den Boden mit Sand mischen, damit er weniger nährstoffreich wird.
Lass die Arbeiten durch eine Gartenbaufirma ausführen, wenn es dir zu aufwändig ist.
Im Frühjahr den ersten (und evtl. zweiten) Aufwuchs flach (2–3 cm) abharken. Zwischen Bodenbearbeitung und Ansaat mindestens vier Wochen warten. Am Tag der Aussaat die Fläche nochmals ganz oberflächlich lockern.
Ansäen oder pflanzen
Miss die Fläche aus und beschaffe das passende Saatgut in der richtigen Menge. Säe von Hand in zwei Durchgängen: zuerst quer, dann längs. Saatgut anwalzen oder leicht andrücken – nicht einarbeiten.
Geduld: Viele Blumen keimen erst nach mehreren Wochen und blühen im Folgejahr. Nicht giessen und nicht jäten.
Ist die Fläche bereits ausgemagert, kannst du statt zu säen Wildblumenziegel in den bestehenden Rasen setzen. Pflanze sie in Gruppen, damit sie nicht überwachsen werden. Mit der Zeit breiten sich die Wildblumen von selbst aus.
Pflegen und mähen
Der erste Schnitt erfolgt vor Mai mit hoch eingestelltem Rasenmäher und Fangsack. Blühinseln stehen lassen.
Ideal sind 3–4 Schnitte vor der Sommerhitze und 2–3 Schnitte ab August. Der letzte Schnitt erfolgt im Oktober.
Mähe die Fläche nicht auf einmal, sondern in Etappen. Wenn Teilflächen zu unterschiedlichen Zeiten geschnitten werden, finden Tiere immer irgendwo Nahrung und Verstecke – das fördert zusätzlich die Artenvielfalt.
Dann pack ich an
| Aufgabe | Jan. | Feb. | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Saatbettvorbereitung |
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| X | X |
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| Ansaat |
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| Unterhalt |
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| X | X |
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| X | X |
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Quadratmeter berechnen
Effektive Rasenfläche, die du zu einem Blühmatte oder einer Blumenwiese umgestaltest hast und die Pflege dementsprechend angepasst wurde: nur noch 4 bis 6 Mal jährlich mähst, nicht mehr düngst und punktuell mit Wildblumenziegeln aufwertest.
Tipps
Wenig genutzte Flächen als Blumenwiese gestalten
Für Flächen, die nur 2–3 Mal pro Jahr gemäht werden, eignet sich eine Blumenwiese.
Erster Schnitt: nach dem Verblühen der wichtigsten Gräser (meist erste Junihälfte, z. B. wenn Margeriten beginnen zu blühen).
Zweiter Schnitt: nach rund acht Wochen.
Trockne das Schnittgut auf der Fläche und wende es mit der Heugabel täglich mindestens einmal. Nur so können die Samen genügend ausreifen und ausstreuen. Danach nimmst du das Schnittgut zusammen und deponierst es als Schnitthaufen. Schnittgut nie liegen lassen!
Minimallösung für Geduldige
Nutze wenig beanspruchte Rasenflächen als Blührasen light:
Nicht mehr düngen, nur noch 4–6 Mal pro Jahr mähen, Schnitthöhe auf mindestens 10 cm einstellen.
Erster Schnitt im Mai, wenn die Pflanzen 10–15 cm hoch sind.
Beste Resultate erzielst du auf sonnigen, nährstoffarmen Flächen – andere Standorte sind ebenfalls möglich.
Infos
- Stadtnatur Stadt Bern: Wiese : Wiesenbewirtschaftung
- stadt-zuerich.ch > Mehr als Grün – Profilkatalog naturnahe Pflege
Regionale Wildstauden und Saatgut