Wildstauden – Naturparadies im Topf und Blumenbeet
Wildstauden im Topf und im Blumenbeet können zu einem kleinen Naturparadies werden. Sie sehen nicht nur schön aus, sondern bieten mit Nektar, Samen und Stängeln wertvolle Nahrung und Nistmöglichkeit für Insekten und andere Kleintiere. So nutzt der Schwalbenschwanz die Wilde Möhre oder den Fenchel als Nahrungs- und Eiablagepflanze. Seine Raupen frisst und entwickeln sich an derselben Pflanze, die Puppe überwintert am Stängel. Mit einheimischen Wildstauden unterstützt du diesen natürlichen Lebenskreislauf direkt vor deiner Haustür.
Das gilt’s zu erreichen
- Du kennst einheimische Wildstaudenarten und ihre Standortansprüche.
- Du bepflanzt oder besäst mindestens einen Quadratmeter mit Wildpflanzen.
- Du kennst heimische Alternativen zu klassischen Zierpflanzen wie Geranien.
Das braucht’s
- Gute Samenmischung für Töpfe oder Blumenbeete im Garten
- Sechs bis zehn einheimische Wildstauden pro Quadratmeter gemäss Bepflanzungsvorschlägen oder Blühkalender
- Torffreie Blumen- oder Aussaaterde passend zu den Bodenansprüchen der Pflanzen
- Steine oder Holzstücke zur Abgrenzung der Pflanzfläche
- Bei Bedarf Schneckenzaun oder Schneckenschutzringe
- Werkzeuge: Schaufel und Rechen
So geht’s
Aufwand: 60 – 90 Minuten
Standort: Sonnig, halbschattig bis schattig, trocken bis feucht, Balkon oder Garten
1. Planen und vorbereiten
Überlege dir, ob du einen Topf, ein bestehendes Beet oder eine Teilfläche neu bepflanzen möchtest. Wähle Wildstauden passend zu Licht- und Bodenverhältnissen.
2. Pflanzfläche vorbereiten
Trage bei einem Beet die oberste Vegetationsschicht etwa 5 cm tief ab. Lockere die Oberfläche mit dem Rechen, bis eine feinkrümelige Struktur entsteht. Begrenze das Beet bei Bedarf mit Steinen oder Holz.
3. Wildstauden pflanzen
Lege die Pflanzen zunächst lose aus. Setze höhere Arten in die Mitte oder nach hinten, niedrigere an den Rand oder nach vorne. Pflanze gleiche Arten in kleinen Gruppen. Lockere die Erdballen vorsichtig, setze die Pflanzen so ein, dass der Ballen leicht mit Erde bedeckt ist, und giesse gut an.
4. Töpfe bepflanzen
Wähle ausreichend grosse Gefässe mit Abzugslöchern. Befülle sie mit Erde, welche der Pflanzenart entspricht und bepflanze sie nach denselben Grundsätzen wie ein Beet.
5. Pflegen und schützen
Kontrolliere die Zwischenräume regelmässig und entferne unerwünschte Pflanzen. Giesse Jungpflanzen bei längerer Trockenheit und schütze sie bei Bedarf vor Schnecken.
6. Unterhalt
Der Pflegeaufwand entspricht einem normalen Staudenbeet. Ein Rückschnitt nach der Blüte kann eine zweite Blühphase fördern. Ansonsten bleiben Samenstände und Stängel bis in den Spätwinter stehen. Sie dienen Vögeln als Nahrung und Insekten als Überwinterungsort.
Dann pack ich an
| Aufgabe | Jan. | Feb. | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Pflanzen setzen |
|
| X | X | X |
|
|
| X | X |
|
|
| Jäten und Giessen |
|
| X | X | X | X | X | X | X | X |
|
|
| Rückschnitt für 2. Blühphase |
|
|
|
|
|
|
| X | X |
|
|
|
| 2. Rückschnitt |
| X | X |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Quadratmeter berechnen
Ein Quadratmeter entspricht zum Beispiel drei grossen Pflanztöpfen oder einer Beetfläche von 1 × 1 Meter. Auf einem Quadratmeter finden je nach Art und Topfgrösse etwa sechs bis zehn Wildstauden Platz. Kleinere Töpfe ergeben zusammen ebenfalls einen Quadratmeter.
Tipps
Auch Wildstauden werden international gehandelt, was die natürliche Vielfalt verfälschen kann. Kaufe des-halb ausschliesslich biologisch produzierte Wildstauden mit Herkunftsnachweis aus der Region. Regionale Wildpflanzenmärkte sind dafür besonders geeignet, zum Beispiel der Wildpflanzenmärit in Bern Ende April. Wildstauden lassen sich gut mit ausgewählten Zierpflanzen kombinieren und bieten so sowohl ökologische als auch gestalterische Vorteile. Orientierung bietet die «Grüne Liste» von InfoFlora mit umfassenden Empfehlungen zu in der Schweiz vorkommenden Wildstauden.
Wildstauden für sonnige Standorte
- Gemeiner Natternkopf (Echium vulgare)
- Knäuelblättrige Glockenblume (Campanula glomerata)
- Echtes Labkraut (Galium verum)
- Dunkle Königskerze (Verbascum nigrum)
- Ähriger Ehrenpreis (Pseudolysimachion spicatum)
Wildstauden für halbschattige Standorte
- Echtes Seifenkraut (Saponaria officinalis)
- Weidenblättriges Rindsauge (Buphthalmum salicifolium)
- Wald-Bergminze (Calamintha menthifolia)
- Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum)
- Gelber Fingerhut (Digitalis lutea)
Wildstauden für schattige Standorte
- Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium)
- Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
- Klebriger Salbei (Salvia glutinosa)
- Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium)
- Arznei-Baldrian (Valeriana officinalis)