Einheimische Wildsträucher
Einheimische Wildsträucher sind die Grundlage naturnaher Gärten. Sie sorgen für Sichtschutz und Verstecke und fördern ein reiches Insektenleben. Sie bieten im Herbst mit ihren Früchten reichlich Nahrung für Vögel und Kleinsäuger. Zudem vernetzen Wildhecken Lebensräume und dienen Tieren als sichere Wege durch die Siedlung.
Das gilt’s zu erreichen
- Du kennst einheimische Wildsträucher.
- Du pflanzt Wildsträucher fachgerecht ein.
- Du pflegst die Sträucher langfristig naturnah.
Das braucht’s
- Einheimische Wildsträucher (1–2 Stück pro m², wurzelnackt)
- Markierungsstab
So geht’s
Aufwand: etwa einen halben Tag
Standort: Sonnig bis schattig, Aussenräume
Planen und vorbereiten
Kläre Grenzabstände. Mit einem Abstand von etwa der halben Wuchshöhe bist du auf der sicheren Seite. Sprich dich bei Bedarf mit den Nachbar:innen ab.
Erstelle einen Pflanzplan und beachte Endgrösse und Schattenwurf. Pflanze Wildsträucher gruppenweise (2–3 Stück) mit einem Abstand von 1-2 m. Eine ideale Wildhecke ist dornenreich, mindestens 2 m breit und rund 3 m hoch.
Pflanzfläche vorbereiten
Entferne unerwünschte Gartengehölze, insbesondere invasive Neophyten.
Trage wenn möglich die oberste Vegetationsschicht (ca. 5 cm) ab und bereite die Fläche für einen Krautsaum vor.
Lege am besonnten Rand Kleinstrukturen wie Totholz, Steine oder Sand an.
Sträucher pflanzen
Hebe Pflanzlöcher aus, in denen alle Wurzeln Platz haben.
Bei Sträuchern ohne Erde am Wurzelwerk (Wurzelnackt), die Wurzeln leicht einkürzen (10–20 %), beschädigte Teile entfernen und Triebe bis zur Hälfte zurückschneiden.
Setze die Sträucher ein, fülle lockere Erde ein, ziehe die Pflanze leicht an, damit Erde zwischen die Wurzeln fällt. Erde antreten und gut angiessen.
Jungpflanzen pflegen
In den ersten zwei Jahren regelmässig freischneiden, ohne die Sträucher zu verletzen. Mit Stecken markieren.
Unterhalt
Alle paar Jahre selektiv auslichten. Pro Eingriff max. ein Drittel der Sträucher schneiden. Bodennah dichte Hecken fördern, z. B. durch gezielten Rückschnitt einzelner Sträucher. Krautsaum stehen lassen.
Auswahl einheimischer Wildsträucher
- Gemeiner Liguster – halbschattig, schnittverträglich
- Gemeiner Schneeball – halbschattig
- Hundsrose – halbschattig, Früchte nutzbar
- Pfaffenhütchen – halbschattig
- Rote Heckenkirsche – halbschattig, schnittverträglich
- Schwarzdorn – sonnig, dornig, stark wuchernd
- Schwarzer Holunder – halbschattig, Blüten und Früchte nutzbar
- Weissdorn – sonnig, dornig, sehr wertvoll
- Wolliger Schneeball – halbschattig, schnittverträglich
Dann pack ich an
| Aufgabe | Jan. | Feb. | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wildstrauch setzen |
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| X | X |
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| X |
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Quadratmeter berechnen
- Wildsträucher gepflanzt: ca. 3 m²
- Wildsträucher gepflegt: ca. 6 m²
Tipps
- Dornensträucher sind besonders wertvoll und bieten geschützte Nistplätze.
- Achte auf regionale Herkunft der Sträucher.
- Wurzelnackte Gehölze sind günstiger und besser für Hecken geeignet.
- Pflanze wurzelnackte Sträucher nach der Lieferung sofort ein, damit sie nicht austrocknen.
- Viele Gemeinden geben Wildsträucher im Rahmen von Aktionen kostenlos ab.
Bezugsquellen und weiterführende Informationen
- Sträucherei, Biobaumschule
- Pflanzgarten Thanwald
- Glauser's Biobaumschule
- Forstgarten Lobsigen
- Öko Maurer Münsingen
- Gartenbauschule Hünibach
- Artha Samen, Münsingen
- Gartengestaltung und Staudenproduktion Wimmis
- Christian Schaller Teuffenthal
- Wild- und Zierstauden, Iffwil
Informationen zu Wildhecken und Pflanzenauswahl
Beliebte einheimische Sträucher von Vögeln
Klein (bis ca. 2–3 m), geeignet für kleine Gärten, schmale Hecken, Balkonnähe
- Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), halbschattig, schnittverträglich, Früchte giftig
- Hundsrose (Rosa canina), halbschattig, dornig, Hagebutten nutzbar
- Schwarzdorn (Prunus spinosa), sonnig, stark dornig, sehr wertvoll, stark wuchernd
Mittel (ca. 3–5 m) für klassische Wildhecken und Vernetzung
- Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare), halbschattig, schnittverträglich, giftig
- Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus), halbschattig, Früchte giftig
- Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), halbschattig, gut schnittverträglich
- Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), halbschattig, stark giftig
Gross (ab ca. 5 m) für breite Hecken, Randbereiche, wenig geschnittene Flächen
- Weissdorn (Crataegus monogyna / laevigata), sonnig, stark dornig, sehr wertvoll für Tiere
- Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), halbschattig, Blüten und Früchte nutzbar
Hinweise zur Auswahl
- Dornensträucher sind besonders wertvoll für Brut- und Rückzugsräume.
- Mischpflanzungen aus verschiedenen Höhen erhöhen die Biodiversität.
- Wähle Sträucher passend zu Platzangebot, Lichtverhältnissen und Pflegeaufwand.