Bekämpfung invasiver Neophyten
Invasive Neophyten sind standortfremde, nicht einheimische Pflanzen, die sich in der Natur unkontrolliert ausbreiten und so die einheimische Biodiversität bedrohen und verdrängen, Infrastruktur schädigen und unsere Gesundheit beinträchtigen können. Aus Gärten und Balkonen können sie sich unbemerkt ausbreiten.
Viele der invasiven Neophyten bieten zudem für die einheimischen Tiere kaum Nektar oder werden nicht als Futterpflanze angenommen (Z.B. Raupen der Schmetterlinge).
Du kannst aktiv etwas dagegen tun: Kontrolliere regelmässig Garten und Balkon, entferne Problempflanzen konsequent und entsorge sie korrekt. Zusätzlich kannst du dich an lokalen Bekämpfungseinsätzen beteili-gen. So verhinderst du, dass sich invasive Neophyten weiter ausbreiten und hilfst mit, die Biodiversität im Gürbetal zu schützen.
Das gilt’s zu erreichen
- Du informierst dich über das Thema und kaufst keine invasiven Neophyten
- Du kontrollierst Balkon, Garten und Aussenflächen regelmässig
- Du entfernst Problempflanzen konsequent und entsorgst sie korrekt
- Du ersetzt Problempflanzen durch einheimische Wildsträucher
- Du sensibilisierst dein Umfeld und machst bei Freiwilligeneinsätzen mit
Das braucht’s
- Zeit und Engagement
- Steckbrief der wichtigsten invasiven Neophyten (Steckbrief herunterladen)
- Einheimische Wildhecken für Ersatz
So geht’s
Aufwand: Kurze Kontrollgänge bis Teilnahme an Tageseinsätzen
Standort:
- Garten, Balkon, Grünflächen
- Immer in Absprache mit Grundbesitzende
- Es lohnt sich an organisierten Einsätzen teilzunehmen – informiere dich bei deiner Gemeinde oder dem lokalen Naturschutzverein
Informieren & richtig entscheiden
Kaufe und pflanze keine invasiven Neophyten. Informiere dich vor dem Kauf, welche Pflanzen problematisch sind und welche einheimischen Alternativen es gibt. So verhinderst du, dass sich invasive Arten von Anfang an ausbreiten.
Häufige invasive Neophyten im Garten sind zum Beispiel: Nordamerikanische Goldrute, Sommerflieder, Drüsiges Springkraut, Essigbaum, Japanischer Staudenknöterich, Berufkraut und Kirschlorbeer.
Eigene Flächen regelmässig kontrollieren
Kontrolliere Garten, Balkon und angrenzende Flächen mehrmals pro Jahr. Je früher du invasive Neophyten entdeckst, desto einfacher lassen sie sich entfernen.
Pflanzen konsequent entfernen
Reisse oder grabe Problempflanzen möglichst vollständig aus.
Bei grossen Sträuchern, die nicht sofort entfernt werden können, schneide Blüten- und Samenstände rechtzeitig ab, damit sich die Pflanzen nicht weiterverbreiten (z. B. Sommerflieder, Kirschlorbeer).
Korrekt entsorgen
Entsorge invasive Neophyten immer im Hauskehricht oder bei der Neophyten-Sammelstelle deiner Gemeinde. Entsorge sie nie auf dem Kompost oder in der normalen Grünabfuhr. Achte beim Transport darauf, dass keine Pflanzenteile oder Samen verloren gehen.
Ersetzen und einheimische Arten fördern
Ersetze invasive Pflanzen in deinem Garten durch einheimische Wildsträucher und Stauden. So stärkst du die Biodiversität und schaffst wertvollen Lebensraum für Tiere.
Gemeinsam aktiv werden
Beteilige dich an ehrenamtlichen Neophyten-Einsätzen. Gemeinden und Organisationen bieten regelmässig gemeinsame Aktionen an, bei denen du aktiv zum Schutz der Natur im Gürbetal beitragen kannst.
Dann pack ich an
| Aufgabe | Jan. | Feb. | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. |
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| Kontrolle |
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| X | X | X | X | X | X | X |
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| Haupt Bekämpfung (vor der Samenbildung) |
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| X | X | X |
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Quadratmeter berechnen
- Flächen in m2, auf denen invasive Neophyten-Hotspots bekämpft worden sind.
- 1/3 von kontrollierten naturnahen Flächen in m2
- Flächen in m2, die durch einheimische Wildhecken ersetzt wurde.
Tipps & weiterführende Informationen
Weitere ausführliche Informationen:
- Infoflora
- Umfassende Infos zu Neophyten, Massnahmen und alternativen Arten (Kt. BE)
- Gesetzliche Grundlagen: Freisetzungsverordnung
- https://www.gantrisch.ch/neophyten-bekaempfen
- Einheimische Sträucher – Vielfältige Hecken